Anleitung
Google Business Profil richtig aufsetzen (Schritt für Schritt)
Der größte Einzelhebel für lokale Anfragen, und in zwei Stunden erledigt. Von der Verifizierung über die Kategorie bis zu den Fehlern, die ein Profil sperren können.
David Müller9 Minuten Lesezeit
Vorher zusammensuchen
Das Profil auszufüllen dauert etwa zwei Stunden, wenn alles bereitliegt, und einen halben Tag, wenn du zwischendurch Fotos suchst. Leg dir also vorher alles auf den Tisch.
Ein Hinweis vorweg: Sehr viele Betriebe haben bereits ein Profil, das automatisch entstanden ist oder das ein früherer Dienstleister angelegt hat. Bevor du ein neues erstellst, such nach deinem Firmennamen bei Google Maps. Doppelte Profile sind später mühsam zusammenzuführen.
- Firmenname exakt wie im Firmenbuch
- Adresse und Telefonnummer im Format, das auch im Impressum steht
- Gründungsjahr des Betriebs
- Liste aller Leistungen, einzeln, nicht als Sammelbegriff
- Mindestens zehn echte Fotos, Handyqualität reicht
- Zugang zu dem Google-Konto, das später Inhaber sein soll
Schritt 1: Profil anlegen oder beanspruchen
Wenn ein Profil bereits existiert, wählst du „Inhaber dieses Unternehmens“ und beanspruchst es. Gehört es noch jemandem aus einer früheren Zusammenarbeit, startet Google einen Anfrageprozess an den aktuellen Inhaber, der einige Tage dauern kann.
Nimm dafür ein Google-Konto, das dem Betrieb gehört, nicht das private Konto eines Mitarbeiters. Wer irgendwann geht, nimmt sonst den Zugang mit. Weitere Personen fügst du später als Verwalter hinzu, das ist jederzeit änderbar.
Schritt 2: Verifizierung
Ohne Verifizierung ist das Profil nur eingeschränkt sichtbar. Google bietet je nach Fall Postkarte, Telefon, E-Mail oder Video an, in den letzten Jahren immer häufiger Video.
Bei der Videoverifizierung filmst du in einem Durchgang, ohne Schnitt: die Umgebung samt Straßenschild oder Firmenschild, danach Arbeitsmittel wie Fahrzeug, Werkzeug oder Lager, und zuletzt einen Nachweis, dass du berechtigt bist, etwa einen Blick in die Buchhaltung oder auf einen Firmenstempel. Häufigster Grund für eine Ablehnung ist, dass der Zusammenhang zwischen Ort, Betrieb und Person im Video nicht durchgehend sichtbar ist.
Schritt 3: Die Hauptkategorie entscheidet mehr als alles andere
Die Hauptkategorie ist das stärkste Einzelsignal im ganzen Profil. Sie bestimmt, bei welchen Suchanfragen du überhaupt in Frage kommst. Wähle die Kategorie, die deinen Umsatzschwerpunkt beschreibt, nicht die breiteste.
Zusatzkategorien darfst du ergänzen, aber sparsam. Drei bis fünf sind sinnvoll, zwanzig verwässern das Profil. Und jede Zusatzkategorie sollte eine Leistung sein, die du wirklich anbietest, sonst kommen genau die Anfragen, die du nicht willst.
Schritt 4: Adresse oder Einzugsgebiet
Empfängst du Kundschaft am Standort, trägst du die Adresse ein und zeigst sie an. Fährst du zum Kunden, blendest du die Adresse aus und definierst stattdessen ein Dienstleistungsgebiet, etwa über Bezirke oder Orte.
Setz das Gebiet so, wie du wirklich arbeitest. Die Versuchung, halb Österreich einzutragen, ist groß und bringt nichts: Google spielt dich trotzdem primär im näheren Umkreis aus, und ein überdehntes Gebiet macht das Profil unschärfer.
Schritt 5: Öffnungszeiten, Leistungen, Beschreibung
Öffnungszeiten realistisch eintragen, inklusive Sonderzeiten für Feiertage und Betriebsurlaub. Ein Profil, das an einem Feiertag als geöffnet gilt und niemanden ans Telefon bringt, kostet Vertrauen und provoziert schlechte Bewertungen.
Leistungen legst du einzeln an, jede mit einer kurzen eigenen Beschreibung. Das ist mühsam und lohnt sich, weil diese Einträge bei konkreten Suchanfragen ausgespielt werden. Formuliere sie so, wie ein Kunde die Leistung nennen würde, nicht in Fachsprache.
Für die Unternehmensbeschreibung hast du 750 Zeichen. Nutz die ersten beiden Sätze für das, was du machst und für wen, danach kommen Einzugsgebiet und Besonderheiten. Keine Aufzählung von Suchbegriffen, das liest sich schlecht und bringt nichts.
Schritt 6: Fotos, und zwar echte
Fotos sind der Teil, den Interessenten wirklich anschauen. Stockbilder erkennt jeder sofort, und sie erzeugen genau das Misstrauen, das du vermeiden willst. Handyfotos vom eigenen Team schlagen jede gekaufte Bildwelt.
Sinnvoll ist ein Grundstock, den du danach laufend ergänzt, etwa ein bis zwei neue Bilder im Monat. Ein Profil, in dem sich etwas tut, wirkt lebendig, auf Besucher wie auf das System.
- Logo und ein Titelbild, beides in guter Auflösung
- Team- oder Inhaberfoto, ein Gesicht schafft mehr Vertrauen als jedes Zertifikat
- Fahrzeug mit Beschriftung, das ist gleichzeitig ein Echtheitsnachweis
- Arbeitsfotos aus laufenden Projekten, gern vorher und nachher
- Fertige Objekte, sauber fotografiert bei Tageslicht
Schritt 7: Beiträge, Fragen, Bewertungen
Beiträge sind kurze Meldungen im Profil, sinnvoll alle ein bis zwei Wochen: ein abgeschlossenes Projekt, ein Hinweis auf Betriebsurlaub, eine neue Leistung. Sie halten das Profil aktuell und geben dir einen Grund, Fotos nachzuliefern.
Im Bereich Fragen und Antworten darf jeder fragen, und jeder darf antworten. Deshalb beantwortest du die häufigsten Fragen am besten selbst, bevor es jemand anders falsch tut. Fünf bis acht Fragen reichen, etwa zum Einzugsgebiet, zur Kostenlosigkeit der Besichtigung oder zur Vorlaufzeit.
Bewertungen holst du dir aktiv über den Kurzlink aus dem Profil, am besten direkt bei der Übergabe. Antworte auf jede Bewertung innerhalb weniger Tage. Bei Kritik gilt: sachlich bleiben, Lösung anbieten, Diskussion offline weiterführen.
Fehler, die wirklich weh tun
Ein Punkt davon ist besonders heikel: Suchbegriffe im Firmennamen. Das verstößt gegen die Google-Richtlinien, wird häufig von Mitbewerbern gemeldet und kann im schlimmsten Fall zur Sperre des Profils führen. Der Gewinn steht in keinem Verhältnis zum Risiko.
- Suchbegriffe im Firmennamen, etwa Betrieb plus Ort plus Leistung
- Zwei Profile für denselben Standort, statt eines zu löschen oder zusammenzuführen
- Private Handynummer, die später wechselt und dann nirgends nachgezogen wird
- Website-Link pauschal auf die Startseite statt auf die passende Leistungsseite
- Profil einmal befüllt und danach jahrelang nicht angefasst
Was das Profil nicht leisten kann
Das Profil bringt Anrufe, aber es filtert nicht. Wer über den Anrufbutton kommt, hat weder deine Referenzen gesehen noch dein Leistungsspektrum gelesen. Bei Betrieben mit hohem Auftragswert ist deshalb die Kombination entscheidend: das Profil holt die Sichtbarkeit, die Website sortiert vor.
Genauso wenig ersetzt es die eigene Seite als Grundlage für die KI-Suche. Systeme, die eine Empfehlung formulieren, ziehen zwar Profildaten heran, verlinken aber auf Seiten, auf denen etwas Substanzielles steht. Ein perfektes Profil und eine leere Website ergeben eine Nennung ohne Klick.
Die Routine danach: zwanzig Minuten im Monat
Ein Profil ist kein Projekt, sondern eine kleine laufende Aufgabe. Zwanzig Minuten im Monat reichen völlig, wenn sie regelmäßig stattfinden. Trag dir den Termin ein, sonst passiert es nicht.
- Neue Bewertungen beantworten
- Ein bis zwei Fotos aus laufenden Projekten hochladen
- Einen kurzen Beitrag veröffentlichen
- Statistiken ansehen: Aufrufe, Anrufe, Routenanfragen
- Öffnungszeiten für kommende Feiertage prüfen
Geschrieben von David Müller, ROI Growth in Wörgl, Tirol. Über 50 Website- und Sichtbarkeitsprojekte in Österreich, Deutschland und der Schweiz, 5,0 Sterne auf Google. Fragen zum Artikel gehen direkt an david.mueller@roigrowth.net oder +43 670 5542186.