Local SEO
Local SEO für Handwerks- und Sanierungsbetriebe in Österreich
Wer im Umkreis gefunden werden will, arbeitet an drei Dingen: Google Business Profil, saubere Firmendaten und Seiten, die es wirklich verdienen zu ranken. Der Rest ist Beiwerk.
David Müller8 Minuten Lesezeit
Wie die lokale Suche funktioniert
Sucht jemand nach einer Leistung plus Ort, zeigt Google zuerst einen Kartenblock mit meistens drei Betrieben, darunter erst die klassischen Treffer. Dieser Block bekommt den Großteil der Anrufe, weil dort Bewertung, Öffnungszeiten und Anrufbutton direkt sichtbar sind.
Google nennt selbst drei Faktoren für die Auswahl in diesem Block: Relevanz, also wie gut das Profil zur Anfrage passt, Entfernung zum Suchenden, und Bekanntheit, also wie oft und wie verlässlich der Betrieb im Netz auftaucht. Entfernung kannst du nicht beeinflussen. An den anderen beiden arbeitet Local SEO.
Für Betriebe ohne Ladengeschäft ist das die gute Nachricht: Ein sauber geführtes Profil mit echtem Einzugsgebiet schlägt regelmäßig einen größeren Mitbewerber mit vernachlässigtem Eintrag.
Das Google Business Profil ist die halbe Miete
Bei lokalen Anfragen ist das Profil oft wichtiger als die Website selbst, weil viele Suchende gar nicht mehr klicken, sondern direkt aus dem Kartenblock anrufen. Ein Profil mit richtiger Hauptkategorie, gepflegten Leistungen, echten Fotos und laufenden Bewertungen ist der größte Einzelhebel, den ein Handwerksbetrieb hat.
Betriebe, die zum Kunden fahren statt Kundschaft zu empfangen, tragen kein Ladengeschäft ein, sondern blenden die Adresse aus und setzen ein Dienstleistungsgebiet. Das Gebiet sollte dem entsprechen, wohin du tatsächlich fährst. Ganz Österreich einzutragen, wenn du im Umkreis von sechzig Kilometern arbeitest, hilft nicht, sondern verwässert das Signal.
Firmendaten müssen überall gleich sein
Name, Adresse und Telefonnummer werden im Fachjargon als NAP abgekürzt. Sie sollten auf jeder Plattform buchstabengleich stehen. Klingt kleinlich, ist aber das Signal, an dem Systeme erkennen, dass es sich überall um denselben Betrieb handelt.
In Österreich gibt es dabei ein paar wiederkehrende Stolperstellen, die in fast jedem Projekt auftauchen.
- Firmenname exakt wie im Firmenbuch, ohne angehängte Suchbegriffe
- Rechtsform einheitlich schreiben, also nicht einmal GmbH und einmal G.m.b.H.
- Telefonnummer international, also mit +43 und ohne führende Null nach der Vorwahl
- Straßenname immer gleich abgekürzt, entweder überall Straße oder überall Str.
- Öffnungszeiten inklusive der österreichischen Feiertage als Sonderzeiten
Wo dein Betrieb in Österreich eingetragen sein sollte
Zwanzig Verzeichnisse bringen nichts, wenn die Daten dort auseinanderlaufen. Sinnvoll sind wenige, gepflegte Einträge dort, wo tatsächlich gesucht wird und wo Systeme Firmendaten abgleichen.
Wichtiger als die Zahl der Einträge ist, dass du sie einmal im Jahr durchgehst. Umgezogen, neue Nummer, neuer Firmenname: Genau dann entstehen die Widersprüche, die dich Sichtbarkeit kosten.
- Google Business Profil, klar an erster Stelle
- Bing Places, weil auch KI-Systeme auf diese Datenbasis zugreifen
- Apple Business Connect, für jeden mit iPhone in der Zielgruppe
- Herold, das meistgenutzte heimische Branchenverzeichnis
- Firmen A-Z der Wirtschaftskammer, ohnehin über die Mitgliedschaft vorhanden
- Ein bis zwei Fachportale deiner Branche, mehr nicht
Seiten, die es verdienen zu ranken
Der häufigste Fehler bei lokalen Betrieben sind Ortsseiten am Fließband: dieselbe Seite fünfzigmal, nur der Ortsname getauscht. Solche Seiten werden als Doorway Pages behandelt und bringen im besten Fall nichts.
Die Alternative ist mühsamer und funktioniert: eine eigene Seite pro Leistung, geschrieben für jemanden, der genau diese Leistung sucht, und Ortsseiten nur für die Orte, in denen du wirklich arbeitest. Jede Ortsseite braucht dann eigene Substanz.
Beim Umfang gilt: Eine Seite, die eine Frage vollständig beantwortet, schlägt fünf Seiten, die dasselbe halb sagen. Wer drei Seiten zum selben Thema hat, sollte sie zu einer zusammenlegen und die alten weiterleiten.
- Ein echtes Projekt aus diesem Ort oder Bezirk, mit Bild und Umfang
- Anfahrtszeit und Bezirk, damit klar ist, dass du wirklich hinfährst
- Ein Absatz zur örtlichen Besonderheit, etwa Altbaubestand oder Baujahre
- Kontaktmöglichkeit, die direkt zum Anfrage-Filter führt
Bewertungen als System, nicht als Zufall
Bewertungen wirken doppelt: Sie beeinflussen die Auswahl im Kartenblock und sie entscheiden, wer von den drei angezeigten Betrieben angerufen wird. Der Fehler ist fast immer derselbe: Es wird nicht gefragt.
Bau die Frage in den Ablauf ein, statt sie einmal im Jahr in einer Aktion nachzuholen. Der beste Zeitpunkt ist die Übergabe, wenn der Kunde zufrieden vor dem Ergebnis steht. Ein Kurzlink aus dem Google-Profil auf einer Karte oder als QR-Code auf der Rechnung senkt die Hürde deutlich.
Zwei Regeln dazu: Antworte auf jede Bewertung, auch auf die schlechten, sachlich und ohne Rechtfertigung. Und biete niemals eine Gegenleistung für Bewertungen an, das verstößt gegen die Richtlinien und kann das Profil kosten.
Mehrere Standorte oder mehrere Gewerke
Hat dein Betrieb zwei echte Standorte mit eigener Adresse, eigenem Telefon und eigenen Leuten, gehören beide als eigenes Profil angelegt und beide bekommen eine eigene Unterseite auf der Website. Ein zweites Profil für ein Lager ohne Personal ist dagegen ein Verstoß gegen die Richtlinien.
Deckst du mehrere Gewerke ab, ist die Versuchung groß, alles in ein Profil zu packen. Besser ist eine klare Hauptkategorie für den Umsatzschwerpunkt und die übrigen Gewerke als Leistungen, ergänzt um je eine eigene Seite auf der Website. So bleibt das Signal scharf, und trotzdem findet dich jemand, der nur nach dem Nebengewerk sucht.
Bei Franchise- oder Partnerbetrieben kommt eine Falle dazu: Wenn die Zentrale eine Sammelseite betreibt, konkurriert diese Seite mit deiner eigenen um dieselben Suchanfragen. Kläre in dem Fall, welche Seite für dein Gebiet die maßgebliche ist, sonst arbeitest du gegen dich selbst.
Technik, die im Hintergrund mitläuft
Strukturierte Daten sagen Suchmaschinen im Klartext, was dein Betrieb ist. Für Handwerk passt in der Regel der Typ LocalBusiness oder genauer HomeAndConstructionBusiness, mit Adresse, Telefonnummer, Öffnungszeiten und dem Feld areaServed für das Einzugsgebiet.
Dazu kommen die üblichen Pflichten, die bei lokalen Seiten besonders zählen: kurze Ladezeiten am Handy, weil ein großer Teil der lokalen Suchen mobil passiert, eine Telefonnummer, die anklickbar ist, und ein Impressum mit denselben Daten wie überall sonst.
Wie lange das dauert
Am Google Business Profil sieht man Veränderungen oft schon nach wenigen Wochen, weil Kategorie und Leistungen sofort greifen. Bei den organischen Treffern dauert es länger, drei bis sechs Monate sind ein realistischer Erfahrungswert, abhängig von Region und Wettbewerbsdichte.
Was du in dieser Zeit beobachtest: die Statistiken im Google-Profil mit Aufrufen, Anrufen und Routenanfragen, dazu die Search Console für Suchanfragen und Klicks. Und die Zahl, auf die es ankommt: wie viele ernst gemeinte Anfragen im Monat ankommen.
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Geschrieben von David Müller, ROI Growth in Wörgl, Tirol. Über 50 Website- und Sichtbarkeitsprojekte in Österreich, Deutschland und der Schweiz, 5,0 Sterne auf Google. Fragen zum Artikel gehen direkt an david.mueller@roigrowth.net oder +43 670 5542186.