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Wie du prüfst, ob ChatGPT deinen Betrieb kennt

Ein Test, den du in zwanzig Minuten selbst machst. Welche Fragen du stellst, warum die Antwort jedes Mal anders ausfällt und was die vier möglichen Ergebnisse bedeuten.

David Müller7 Minuten Lesezeit

Warum das inzwischen zählt

Ein wachsender Teil der Leute sucht einen Anbieter nicht mehr über eine Trefferliste, sondern lässt sich eine Empfehlung formulieren. Die Frage lautet dann nicht mehr „Dachdecker Kufstein“, sondern „Wen kann ich im Raum Kufstein für eine Dachsanierung anfragen, und worauf soll ich achten“.

Das Ergebnis ist ein Absatz mit zwei oder drei Namen. Wer dort nicht vorkommt, kommt für diesen Menschen nicht vor. Und anders als bei Google siehst du das nicht in einem Bericht, du musst nachsehen.

Der Test in zwanzig Minuten

Öffne ChatGPT, Perplexity und Google mit KI-Übersicht. Stell in jedem System dieselben fünf Fragen und notiere, was zurückkommt. Wichtig: Nutze einen abgemeldeten oder temporären Chat, sonst beeinflussen dein Verlauf und gespeicherte Erinnerungen die Antwort und du testest dich selbst.

Stell jede Frage zweimal, jeweils in einem neuen Chat. Wenn zwei Durchläufe unterschiedliche Namen liefern, ist das normal und schon das erste Ergebnis: Es gibt keinen klaren Favoriten in deiner Region.

  • Wer bietet in [Ort] [deine Leistung] an
  • Ich brauche in [Region] jemanden für [konkretes Projekt], wen kannst du empfehlen
  • Was weißt du über [dein Firmenname]
  • Vergleiche Anbieter für [Leistung] im Raum [Region]
  • Worauf soll ich bei der Auswahl eines Betriebs für [Leistung] achten

Vier mögliche Ergebnisse

Ergebnis eins, dein Betrieb kommt gar nicht vor. Das ist der häufigste Fall und meistens kein Drama, sondern schlicht ein Zeichen, dass zu wenig über dich auffindbar ist.

Ergebnis zwei, dein Betrieb wird genannt, aber falsch beschrieben. Alte Adresse, Leistungen, die du nicht mehr machst, ein Einzugsgebiet, das nicht stimmt. Das ist der gefährlichste Fall, weil er aktiv Schaden anrichtet, und gleichzeitig der am schnellsten reparierbare.

Ergebnis drei, dein Betrieb wird genannt, aber ohne Quelle oder Link. Dann kennt das System dich aus zweiter Hand, etwa über ein Verzeichnis, und deine eigene Seite trägt nichts bei.

Ergebnis vier, dein Betrieb wird genannt, korrekt beschrieben und mit Link zu deiner Seite. Das ist das Ziel. Prüf trotzdem, welche Unterseite verlinkt wird, denn oft ist es nicht die, die du erwartest.

Warum die Antwort schwankt

Es gibt in diesen Systemen keine Position und keine Rangliste. Die Antwort wird bei jeder Anfrage neu erzeugt, aus einer Websuche, aus dem, was das Modell gelernt hat, und aus dem Zusammenhang des Gesprächs. Zwei identische Fragen können zwei verschiedene Antworten ergeben.

Deshalb ist die sinnvolle Messgröße nicht der Platz, sondern die Häufigkeit. Stell dieselbe Frage zehnmal und zähl, in wie vielen Antworten du auftauchst. Diese Quote ist die Zahl, die du über die Monate vergleichst.

Woraus die Systeme ihre Antwort bauen

Für den Zugriff auf aktuelle Informationen greifen diese Systeme auf eine Websuche zu und lesen die Seiten, die dabei ausgespielt werden. Alles, was sie über dich sagen können, stammt also aus Quellen, die auffindbar sind.

Ein technischer Punkt, den du zuerst prüfen solltest: Diese Systeme kommen mit eigenen Crawlern, unter anderem GPTBot und OAI-SearchBot von OpenAI, PerplexityBot, ClaudeBot und Google-Extended. Ruf deine Datei unter der Adresse deiner Domain mit dem Zusatz robots.txt auf und schau nach, ob dort Sperren stehen. Manche Baukästen und Schutzdienste blockieren diese Zugriffe standardmäßig.

  • Deine Website, vor allem klar formulierte Antwortabsätze
  • Das Google Business Profil mit Kategorie, Leistungen und Bewertungen
  • Branchenverzeichnisse und Kammer-Einträge
  • Bewertungstexte, weil dort in eigenen Worten steht, was du machst
  • Erwähnungen in Presse, Blogs, bei Lieferanten oder Partnern

Die Systeme verhalten sich unterschiedlich

Perplexity zeigt Quellen offen an und ist deshalb der schnellste Weg herauszufinden, woher eine Aussage über deinen Betrieb stammt. Wenn dort dreimal dasselbe Verzeichnis als Quelle steht, weißt du, wo du zuerst aufräumst.

Die KI-Übersicht bei Google stützt sich stark auf das, was ohnehin gut rankt, und auf lokale Profildaten. Wer im Kartenblock gut dasteht, taucht dort mit höherer Wahrscheinlichkeit auf. ChatGPT wiederum mischt gelernte Inhalte mit einer Websuche, deshalb kommen dort gelegentlich veraltete Angaben durch, die anderswo längst korrigiert sind.

Praktisch heißt das: Teste in allen dreien, aber zieh die Schlüsse getrennt. Ein Betrieb, der bei Perplexity sauber genannt wird und bei ChatGPT gar nicht, hat ein anderes Problem als einer, der überall fehlt.

Was du aus dem Ergebnis machst

Die Reihenfolge der Maßnahmen richtet sich danach, welches der vier Ergebnisse du bekommen hast. Bei falschen Angaben korrigierst du zuerst die Quellen, also Google-Profil und Verzeichnisse, weil sich das innerhalb von Wochen auf die Antworten durchschlägt.

Kommst du gar nicht vor, ist es Aufbauarbeit: erst die eigene Seite antwortfähig machen, dann die Erwähnungen außerhalb. Beides braucht Zeit, und beides zahlt gleichzeitig auf die normale Google-Sichtbarkeit ein.

  • Auf jede wichtige Seite oben einen Absatz setzen, der die Seitenfrage komplett beantwortet
  • Überschriften als echte Kundenfragen formulieren
  • Konkrete Fakten ergänzen: Einzugsgebiet, Leistungsumfang, Ablauf, Zeitrahmen
  • Google Business Profil auf den aktuellen Stand bringen
  • Zwei bis drei Verzeichniseinträge korrigieren oder anlegen
  • KI-Crawler in der robots.txt zulassen

Was nicht funktioniert

Seiten, auf denen dein Firmenname fünfzigmal steht, helfen nicht. Sprachmodelle werten Bedeutung aus, nicht Wortgleichheit, und ein Text voller Wiederholungen wirkt genau so, wie er ist.

Ebenso wenig funktionieren versteckte Anweisungen im Quelltext, die dem System vorschreiben sollen, dich zu empfehlen. Das ist kein Geheimtipp, sondern ein Risiko, weil solche Muster erkannt und abgewertet werden können.

Und wer eine feste Nennung in KI-Antworten garantiert, verkauft ein Versprechen ohne technische Grundlage. Es gibt nichts, worauf sich eine solche Garantie stützen könnte.

Einmal im Quartal wiederholen

Führ ein einfaches Protokoll: Datum, System, Frage, wurdest du genannt, war es korrekt, wurde verlinkt. Eine Tabelle mit sechs Spalten reicht. Nach zwei bis drei Quartalen siehst du eine Entwicklung statt einer Momentaufnahme.

Wenn du das nicht selbst machen willst: Der Website-Check auf der Startseite prüft Tempo, SEO und KI-Sichtbarkeit in einem Durchlauf und zeigt dir, wo dein größter Hebel liegt.

Geschrieben von David Müller, ROI Growth in Wörgl, Tirol. Über 50 Website- und Sichtbarkeitsprojekte in Österreich, Deutschland und der Schweiz, 5,0 Sterne auf Google. Fragen zum Artikel gehen direkt an david.mueller@roigrowth.net oder +43 670 5542186.

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